DNS Failover: automatisch auf ein Ersatz-Ziel umschalten

Mit DNS Failover überwachen IPv64 Healthchecks deinen Dienst. Fällt er aus, schaltet IPv64.net die A- und AAAA-Records deiner Domain automatisch auf ein Ersatz-Ziel um – eine andere IP, einen anderen Record oder eine Offline Page – und auf Wunsch wieder zurück, sobald der Dienst wieder läuft.

So funktioniert DNS Failover

Eine Policy verbindet zwei Dinge:

  • Monitore – einer oder mehrere deiner Healthchecks. Ihr Zustand entscheidet, ob die Policy auslöst.
  • Regeln – welcher Record bei einem Ausfall auf welches Ersatz-Ziel zeigen soll.

Löst die Policy aus (Failover), nimmt IPv64.net die betroffenen Original-Records aus dem DNS und legt stattdessen Ersatz-Records mit dem Ziel aus der Regel an. Beim Fallback werden die Ersatz-Records gelöscht und die Original-Records wieder aktiv. Unterstützt werden A- und AAAA-Records, also IPv4 und IPv6. DNS Failover gibt es auch im kostenlosen Free-Konto.

Healthcheck(s) ──► Policy ──► Regel: www.deinedomain.ipv64.net  A  192.0.2.10
   Down              │                       │ Failover
                     │                       ▼
                     └────────► Ersatz:  www.deinedomain.ipv64.net  A  192.0.2.20  (TTL 10 s)

Policy einrichten

Voraussetzung: Du hast mindestens einen Healthcheck, der deinen Dienst überwacht (siehe Monitore), und eine Domain mit A- oder AAAA-Record (siehe DynDNS-Domains).

  1. Policy anlegen
    Öffne ipv64.net/dns_failover und lege eine neue Policy an.
  2. Allgemeine Einstellungen
    Unter „General Settings“ vergibst du einen Namen und wählst den Modus bei „Automated DNS Failover“ (siehe Failover-Modi).
  3. Monitore hinzufügen
    Unter „Monitor Healthcheck | Failover Trigger“ wählst du einen Healthcheck, beim ersten Monitor auch AND oder OR, optional „Negate“, und klickst „Add Healthcheck to Policy“.
  4. Regeln hinzufügen
    Unter „DNS Failover Rules“ wählst du den Record und das Ersatz-Ziel.
  5. Benachrichtigung wählen
    Unter „Notification integration“ legst du fest, wer bei Failover und Fallback informiert wird.

Solange Monitor oder Regel fehlen, steht die Policy auf „Pending“. Sobald mindestens ein Monitor und eine Regel da sind, wird sie nach wenigen Sekunden „Active“.

Limits je Kontoklasse

FreeHome / SupporterBusinessCompany
Policies152550
Monitore225100250
Regeln250100250
Offline Pages152550

Stand der Werte und alle weiteren Limits: Konto & Limits.

Monitore: Healthchecks als Auslöser

Jeder Monitor ist ein Healthcheck aus deinem Konto. Zur Auswahl stehen die Checks der Healthchecks – online, lokal und hybrid. Bis zur Abschaltung von Healthchecks 1.0 am 22.11.2026 gehen auch die Checks der bisherigen Healthcheck-Seite; beide haben denselben Token, ein umgezogener Check bleibt also Monitor. Für den Failover zählen nur zwei Zustände: Up (OK) und Down (gestört). Pausierte Checks und Checks, die teilweise gestört, instabil oder abhängig gestört sind, zählen weder als Ausfall noch als Erholung; ein gelöschter Healthcheck zählt ebenfalls nicht.

Ist ein Check Monitor einer Policy, zeigt seine Detailseite in den Healthchecks einen Hinweis darauf. Wer ihn löscht, bekommt eine Warnung mit dem Namen der Policy – trag dort dann einen anderen Healthcheck als Monitor ein.

UND- und ODER-Verknüpfung

Die Verknüpfung wählst du beim ersten Monitor; sie gilt für alle Monitore der Policy.

VerknüpfungFailover, wenn …Typischer Einsatz
ANDalle Monitore Down sindmehrere Checks von verschiedenen Standorten – erst umschalten, wenn wirklich alle einen Ausfall sehen
ORmindestens ein Monitor Down istmehrere Dienste auf einem Server – schon ein Ausfall reicht

Negate

Mit „Negate“ wird ein Monitor umgedreht: Er gilt als ausgefallen, wenn der Healthcheck Up ist, und als gesund, wenn er Down ist. So kannst du z. B. mit einem Wartungs-Check gezielt umschalten. In der Monitor-Liste ist ein umgedrehter Monitor mit „NAND“ bzw. „NOR“ gekennzeichnet.

Reaktionszeit

Der Failover reagiert erst, wenn der Healthcheck auf Down steht. Wie schnell das geht, hängt von Intervall und Wartezeit des Healthchecks ab.

Regeln und Ersatz-Ziele

Eine Regel nennt einen Record (A oder AAAA) aus deinen Domains und sein Ersatz-Ziel. Jeder Record kann nur in einer Policy stehen. Als Ziel gibt es drei Möglichkeiten:

Feste IP-Adresse

Du trägst eine IP ein. Sie muss zur Adressfamilie des Records passen: IPv4 für A-Records, IPv6 für AAAA-Records.

Ziel per Record-Key

Statt einer festen IP wählst du unter „Select predefined Dst.“ einen anderen Record aus deinem Konto. Gespeichert wird dessen Record-Key; die IP wird erst im Moment des Failovers gelesen. Ändert sich die IP dieses Ziel-Records per DynDNS-Update, während der Failover aktiv ist, zieht IPv64.net den Ersatz-Record automatisch nach. Ideal, wenn dein Ersatz-Server selbst eine dynamische IP hat.

Ist der Ziel-Record ein AAAA-Record, der nur den Geräteteil enthält (beginnt mit ::), wird er mit dem gespeicherten IPv6-Prefix seiner Domain zusammengesetzt.

Offline Page

Als Ziel kannst du auch eine Offline Page wählen – die „Default IPv64.net Offline Page“ oder eine eigene. Besucher sehen dann eine Hinweisseite, solange dein Dienst ausgefallen ist. Details: Offline Pages.

Keine Änderungen während eines Failovers

Solange eine Policy ausgelöst hat (oder ein manueller Failover/Fallback läuft), lassen sich Monitore und Regeln nicht ändern und die Policy nicht löschen. Erst zurückschalten, dann bearbeiten.

Failover-Modi und Fallback-Regel

Unter „Automated DNS Failover“ wählst du, was automatisch passiert:

ModusFailoverFallback
Failover & Automated Fallbackautomatischautomatisch, sobald die Monitore wieder gesund sind
Only automated Failoverautomatischnur von Hand
Only manual Failovernur von Handnur von Hand

Fallback-Regel

Die Option „All Monitoring-Rules must be healthy for Fallback“ legt fest, wann automatisch zurückgeschaltet wird:

  • angehakt: erst, wenn alle Monitore wieder Up sind (bei Negate: Down),
  • nicht angehakt: schon, wenn mindestens ein Monitor wieder gesund ist – bei AND wie bei OR.

Für einen stabilen Rückweg nach einem OR-Failover lohnt sich meist der Haken: Sonst kann die Policy zurückschalten, während ein anderer Monitor noch Down ist.

Manueller Failover, Fallback und Pause

  • Manueller Failover: Bei einer aktiven Policy („Active“) kannst du den Failover von Hand auslösen. Die Policy steht kurz auf „Manual Failover“, danach auf „Manual Failed Over“.
  • Manueller Fallback: Ist die Policy umgeschaltet („Failed Over“), kannst du von Hand zurückschalten – in jedem Modus. Status kurz „Manual Fallback“.
  • Pause: Eine aktive oder wartende Policy lässt sich pausieren („Paused“). Sie prüft dann nichts und löst nicht aus. Beim Fortsetzen ist sie nach wenigen Sekunden wieder aktiv. Während eines Failovers ist Pausieren nicht möglich.

Mit „Only manual Failover“ nutzt du DNS Failover als Werkzeug: Die Healthchecks benachrichtigen dich, du entscheidest selbst und schaltest per Klick um.

Benachrichtigung

Bei jedem Failover („DNS Failover Policy … TRIGGERED“) und jedem Fallback („… FALLBACK“) schickt IPv64.net eine Nachricht an die gewählten Integrationen. Unter „Notification integration“ kannst du mehrere auswählen; Standard ist die E-Mail-Adresse deines Kontos („Account E-Mail (default)“). Mit „Disable all Notifications“ schaltest du die Nachrichten für diese Policy ab. Beide Ereignisse stehen zusätzlich im Konto-Log.

DNS Failover und CDN64

DNS Failover und CDN64 lassen sich für denselben Namen nicht kombinieren. Ist ein Name in CDN64 eingeschaltet, zeigt er im DNS auf die Edge-Server, und seine eigenen A/AAAA-Records ruhen. Diese Records bietet DNS Failover deshalb nicht zur Auswahl an. Umgekehrt lässt sich ein Name, auf dem ein DNS Failover aktiv ist, nicht in CDN64 einschalten (Meldung DNS failover is active for this name.).

CDN64 bringt eine eigene Ausfallsicherheit mit: vier Edge-Server, von denen ein ausgefallener automatisch aus dem DNS genommen wird, und in Modus 1/2 auf Wunsch mehrere Node64-Instanzen als Reserve (siehe Load-Balancing und Ausfallsicherheit).

Ablauf, Intervall und TTL

  • Prüfintervall: Der Failover-Dienst prüft alle Policies in kurzen Abständen, etwa alle 20 Sekunden.
  • TTL der Ersatz-Records: 10 Sekunden, damit Resolver schnell wieder fragen. Beim Fallback gilt wieder die TTL deiner Kontoklasse.
  • Caches: Resolver, die den Original-Record schon gespeichert haben, liefern ihn noch bis zum Ablauf seiner TTL aus. Kurze TTLs (siehe Kontoklassen) machen den Failover schneller.
  • Gelöschte Original-Records: Fehlt der Record einer Regel, überspringt der Failover diese Regel.
StatusBedeutung
PendingMonitor oder Regel fehlt, oder die Policy wurde gerade geändert
ActivePolicy überwacht und löst bei Ausfall aus
Failed Over / Manual Failed OverErsatz-Ziele sind aktiv
Manual Failover / Manual Fallbackmanuelles Umschalten ist angefordert und wird gleich ausgeführt
PausedPolicy ist pausiert

Policies, Monitore und Regeln kannst du auch per API v2 verwalten (Bereich „DNS-Failover“); siehe auch API.

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